Das Halbfinale 1 des FIM Speedway World Cup 2026 lenkt die Blicke nach Landshut. Die deutsche
Nationalmannschaft ist Gastgeber und will die heimischen Fans begeistern. Am 1. Mai, dem Tag der
Arbeit in Deutschland, hat das Team um die beiden Manager Mathias Bartz und Sascha Dörner
wahrlich ein hartes Stück Arbeit vor sich. „Mit der Unterstützung der Fans und einer in der Breite gut
aufgestellten Mannschaft wollen wir den Sieg holen und uns für das Finale später im Jahr
qualifizieren. Wir wollen das Ticket nach Warschau lösen und den Fans etwas bieten“, gibt Dörner
das Ziel klar an. Mathias Bartz ergänzt: „Der Wunsch, sich für das Finale zu qualifizieren, ist nach wie
vor absolut intakt.“
Neuer Austragungsmodus des Speedway World Cups
Das Format des alle drei Jahre stattfindenden Mannschaftswettbewerbs im Speedway erinnert an
den Ursprung der Teamweltmeisterschaften. Er wird in diesem Jahr in drei Ländern ausgetragen und
gipfelt im mit Spannung erwarteten SWC-Finale am 29. August im polnischen Nationalstadion in
Warschau, das mit rund 50.000 Fans gefüllt sein wird. Das polnische Team, das 2023 im dramatischen
Finale im Olympiastadion von Breslau die berühmte Ove-Fundin-Trophäe gewann, ist als Gastgeber
direkt für das Finale gesetzt. Auch Australien, das sich durch den Sieg beim FIM Speedway of Nations
2025 in Torun qualifizierte, ist gesetzt. Die beiden verbleibenden Finalplätze werden an die Gewinner
der Halbfinals 1 und 2 vergeben. Beim World Cup 2023 in Wroclaw gab das Format noch ein Race-Off
vor, in das man sich auch als zweitplatzierte Mannschaft eines Halbfinals qualifizieren konnte. Im neu
entworfenen Modus schafft es nur der Sieger aus den Semifinals direkt in das große Finale.
Teammanager Dörner: „Es muss in unserer Mannschaft alles passen, aber das muss es bei unseren
Gegnern auch erstmal. Wir haben eine starke Mannschaft und wir sind daheim. Das muss man auch
an unserer Motivation und Körpersprache spüren.“
Das erste Halbfinale der Mannschaftsweltmeisterschaft findet am Freitag, den 1. Mai, in Landshut
statt und eröffnet die WM – Saison 2026. Gastgeber Deutschland trifft dort auf die mehrfachen
Weltmeister aus Großbritannien, sowie Tschechien und die Ukraine, die ihr Debüt in diesem
Wettbewerb gibt.
Der letzte Finalplatz wird erst im August beim zweiten Halbfinale im lettischen Riga vergeben.
Gastgeber Lettland trifft dann auf den viermaligen SWC-Sieger Dänemark und den dreimaligen
Champion Schweden. Norwegen komplettiert das dortige Feld.
Die deutsche Mannschaft im Fokus
Durch den Überraschungscoup beim Speedway of Nations 2 in Torun im vergangenen Oktober mit
dem Gewinn der Goldmedaille rutschte der deutsche Speedwaysport wieder mehr in den Fokus.
Sensationell gewann man den Titel vor den arrivierten Speedwaynationen wie Dänemark, Australien
oder Polen. Niemand setzte ernsthaft auf die junge deutsche Mannschaft und doch setzte man sich
mit einem Punkt Vorsprung am Ende des Tages durch. Bereits ein Jahr zuvor ließen die deutschen
Sportler ebenfalls aufhorchen, als man in Manchester die Sensation noch knapp verpasste und um
den berühmten einen Punkt hinter Schweden auf Platz vier landete. Die Mannschaft setzte in den
letzten Jahren also mehrere Ausrufezeichen und kann auf diesem Niveau abliefern. Ein Sieg in
Landshut würde diese Entwicklung fortsetzen.
Der deutsche Kader – Erfahrung als Erfolgsrezept
Blickt man auf den Kern des Teams, darf man sich berechtigte Hoffnungen machen. Kai Huckenbeck
und Norick Blödorn bildeten in Manchester 2024 als auch in Torun 2025 die Stammbesetzung. Beide
zählen nach wie vor zu den Leistungsträgern und müssen ihre Leistung abrufen. Junge, aufstrebende
Fahrer wie Mario Häusl, aber auch die arrivierten Kevin Wölbert, Erik Riss und Valentin Grobauer
stehen im erweiterten Kader. Hinzu kommen Janek Konzack, Ben Iken, Lars Skupien und Hannah
Grunwald. Die finale, fünfköpfige Besetzung wird erst wenige Tage vor dem Rennen durch die
Manager benannt und durch den Weltverband FIM verkündet. Das Management sieht im
Austragungsort Landshut einen weiteren Grund, um angriffslustig in das Rennen zu gehen. „Den
Heimvorteil in Landshut wollen wir bestmöglich nutzen. Alle Fahrer kennen die Bahn sehr gut. Quasi
alle sind oder waren beim dortigen Verein unter Vertrag und haben unzählige Runden gedreht. Mit
unseren Fans im Rücken haben wir zusätzliche Unterstützung, die uns tragen kann.“
Die Gegner unter der Lupe
Im deutschen Lager blickt man sicherlich realistisch auf die anderen Nationen. Großbritannien wird
die Latte zweifelsohne sehr hoch legen, liest man in deren Aufgebot Namen wie Daniel Bewley oder
Robert Lambert, die beide zur absoluten Weltspitze zählen. Tschechien führt Jan Kvech und Vaclav
Milik in der Aufstellung, genauso wie Adam Bednar, eines der größten Talente im internationalen
Vergleich. Die Ukraine hat mit Nazar Parnitskyi den amtierenden Weltmeister im U21-Bereich in
ihren Reihen.
Teammanager Bartz blickt voraus: „Wir gehen mit Zuversicht in das Halbfinale, wissen aber auch,
dass wir nicht als Favorit an den Start gehen. Wichtig wird sein, dass wir uns auf uns selbst
konzentrieren, unsere Punkte holen und uns keine Fehler oder Ausfälle leisten. In diesem Feld wird
nichts verziehen. Wir dürfen keinen Gegner unterschätzen. Wenn wir geschlossen auftreten und
unser Potenzial abrufen, können wir uns sehr gut präsentieren – und dann ist auch die Chance auf
den Finaleinzug definitiv da.“
FIM Speedway World Cup 2026 – Modus:
1. Halbfinale – Landshut, 1. Mai: Deutschland, Tschechien, Großbritannien, Ukraine
2. Halbfinale – Riga, 7. August: Lettland, Dänemark, Norwegen, Schweden.
Finale – Warschau, 29. August: Polen, Australien, Sieger Halbfinale 1 und 2
Text: Bernhard Härtinger
Foto: Noah Naujokat, sportpics.nn




